DFG-Graduiertenkolleg
»Geistiges Eigentum und Gemeinfreiheit«
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    Veranstaltungen Vergangene Veranstaltungen 2014 IP-Network Meeting in Norwegen, Lofoten Stand:  18.06.2014
 

Tagungsbericht IP Network Meeting in Svolvær

Vom 8. Mai bis zum 10. Mai 2014 fand das von der Universität Oslo organisierte Nordic IP Network Meeting in Svolvær, Norwegen statt. Dieses Forum hat sich der Aufgabe verschrieben, Wissenschaftler und Doktoranden aus Skandinavien und Deutschland zusammenzubringen, um letzteren eine Plattform zur Vorstellung ihrer Arbeiten zu bieten. Neben Teilnehmern aus dem Gastgeberland Norwegen nahmen auch Wissenschaftler aus Schweden, Finnland und Dänemark sowie eine Gruppe von Mitgliedern des DFG Graduiertenkollegs Geistiges Eigentum und Gemeinfreiheit der Universität Bayreuth an dem Meeting teil: Neben den Herren Professoren Klippel und Grünberger machten sich sieben Kollegiaten auf den Weg in den hohen Norden.

 

Nachdem sich die Gruppe am Flughafen Harstad/Narvik getroffen hatte, folgte eine gemeinsame Busreise zu dem Tagungsort auf den Lofoten. Schon während der Busfahrt bot sich die Gelegenheit, die spektakuläre Natur Nordnorwegens zu bewundern und durch Erzählungen des Busfahrers etwas mehr über die Geschichte und Kultur der Lofoten zu erfahren. Besonders aufmerksame Passagiere konnten sogar Elche und Rentiere bewundern.

 

Nach Ankunft im Tagungshotel begann der wissenschaftliche Teil des Programms noch am selben Nachmittag. Nach einer Begrüßung durch Herrn Prof. Rognstad (Universität Oslo) stellten Doktoranden ihre Arbeiten in mehreren, thematisch gegliederten Sitzungen zur Diskussion. Begonnen wurde mit einer Sitzung zum „allgemeinen“ IP-Law, in der der Bayreuther Artur Geier mit einem Vortrag zu „Intellectual Property Overlaps“ den Anfang machte. Konkret ging es um die Frage, wie das Überlappen von Schutzrechten, welches eine Erweiterung des Schutzumfangs eines einzelnen Immaterialgüterrechts zur Folge hat, behandelt werden kann. Nach einer regen Diskussion und zwei weiteren Vorträgen bot sich der Gruppe dann die Möglichkeit, sich bei einem gemeinsamen Abendessen besser kennenzulernen bzw. alte Kontakte zu pflegen.

 

Der nächste Tag begann mit einer Sitzung zum Urheberrecht, in der unter anderem die ideologischen Wurzeln des Finnischen Urheberrechts und der Zusammenhang zwischen Urheberrecht und Meinungsfreiheit betrachtet und diskutiert wurden. Nach der Mittagspause folgte eine Sitzung zum Patentrecht, in der es um das Erfinderrecht ging, an die sich wiederum eine Sitzung zu den (Un-)Gleichgewichten im IP-Law anschloss. In dieser letzten Sitzung des Tages stellte ein weiterer Bayreuther Teilnehmer, Christian Böhler, seine Arbeit, in der er verbraucherschützende lauterkeitsrechtliche Informationspflichten im Lichte der „Behavioral Economics“ betrachtet, zur Diskussion: „A Thin Line Between the Rationalization of Consumer Choises and Overburdening Market Participants. Are the Courts Able to Keep the Balance?“.

Nach einem regen Gedankenaustausch und weiteren Vorträgen endete der wissenschaftliche Teil des Tages und das Freizeitprogramm begann: Die Teilnehmer wurden auf zwei Schnellbote aufgeteilt, mit seefester Kleidung ausgestattet und mit den Gegebenheiten an Bord vertraut gemacht. Es folgte eine etwa einstündige Boots-Safari in das Fischerdorf Hennigsvaer – auch bekannt als das Venedig der Lofoten. Dort wurde die Gruppe mit lokalen Spezialitäten wie Walfischschinken und frittierter Kabeljau-Zunge bekannt gemacht. Nach diesen kulinarischen Abenteuern ging es zurück ins Hotel, in dem die Teilnehmer beim Conference Dinner erneut die Küche Nordnorwegens genießen durften und Zeit hatten, den Tag bei einem Glas Wein Revue passieren zu lassen. Musikalisch untermalt wurde der Abend mit einem Medley aus Norwegischen Folklore-Liedern. Eine Reminiszenz an das Network Meeting in Wildbad Kreuth im Jahr 2013 lieferte anschließend Anne Funck Hansen, die ein paar Lieder aus ihrem Repertoire zum Besten gab.

 

Am Samstag schloss das Meeting mit einer Sitzung Rechtsmittel bei IP-Verletzungen. Nach zwei interessanten Vorträgen und einer lebhaften Diskussion verabschiedeten sich die Teilnehmer – jedoch nicht, ohne zuvor den Gastgebern aus Norwegen ein herzliches Dankeschön für ihre Gastfreundschaft, die hervorragende Organisation und das ebenso anspruchsvolle wie unterhaltsame Programm auszusprechen. Neben zahlreichen fachlichen und persönlichen Erinnerungen hinterließ das Meeting auch insofern einen bleibenden Eindruck, als wieder einmal festgestellt werden konnte, dass es gerade die unterschiedlichen Herangehensweisen an das Recht und seine Probleme sind, die ein Meeting mit internationalen Teilnehmern so interessant und kurzweilig machen.

 



 

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