DFG-Graduiertenkolleg
»Geistiges Eigentum und Gemeinfreiheit«
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    Veranstaltungen Vergangene Veranstaltungen 2010 Seminar und Internationale Konferenz in Helsinki Stand:  01.11.2013
 

Nordic Network Meeting 2010 "New Interfaces in IPR" und internationale Konferenz "Global IP and New Interfaces" vom 14. bis 19. April 2010 in Helsinki

Auf Einladung des finnischen Partnerkollegs „Innovation Incentives and the Regulatory Infrastructure“ (INNOCENT/ IPR University Center (Hanken)) traten am 14. April 2010 Mitglieder des DFG-Graduiertenkollegs „Geistiges Eigentum und Gemeinfreiheit“ unter Begleitung der Hochschullehrer Prof. Dr. Diethelm Klippel (Sprecher des Graduiertenkollegs) und Prof. Dr. Ansgar Ohly, LL.M. (stellv. Sprecher) ihre Reise nach Helsinki an. Aufgrund der wissenschaftlichen und freundschaftlichen Kooperation des finnischen und deutschen Kollegs konnten sie erstmals am „Network seminar of Nordic IPR researchers“ teilnehmen, das vom 15. – 16. April in einem idyllisch am Meer gelegenen Tagungszentrum stattfand. Das Thema der diesjährigen Veranstaltung mit gut 40 Teilnehmern lautete „New Interfaces in IPR – the Nordic Perspective“. In diesem Rahmen hielten sieben Doktoranden Vorträge, die das vielfältige Forschungsspektrum der beteiligten Universitäten widerspiegelten, darunter zwei Beiträge aus dem Graduiertenkolleg der Universität Bayreuth. Florian Schweyer referierte über „Reverse Engineering“ in Deutschland und den USA und warf dabei die Frage nach den zukünftigen Grenzen von gewerblichen Schutzrechten, insbesondere im Bereich der Softwarepatente, auf. Mit einer vergleichenden Besprechung und Analyse der Gerichtsentscheidungen „Bridgeport v. Dimension“ (USA) und „Metall auf Metall“ (Deutschland) führte Simon Apel in die urheberrechtlichen Probleme des Digital Sound Sampling ein. Auch die Vorträge der nordischen Teilnehmer zeugten von einer intensiven und interdisziplinären Auseinandersetzung mit neuen Wechselbeziehungen und Schnittstellen der Rechte des Geistigen Eigentums untereinander, aber auch mit anderen Disziplinen, beispielsweise im Bereich der Biopatente. Kontroverse Diskussionen und lebhafte Debatten zu weiteren „interfaces“ und Aspekten brachten die vulkanische Atmosphäre über Europa auch in den Tagungsraum: Der Ausbruch des isländischen Vulkans Eyjafjalla und eine daraus resultierende Aschewolke hatten bereits die Anreise der norwegischen Teilnehmer verhindert und waren das bestimmende Thema in den Kaffeepausen.

Im Anschluss an das Network Seminar eröffnete Prof. Dr. Niklas Bruun vom IRP University Center Helsinki die Konferenz „Global IP and New Interfaces“ vom 16. – 17. April, der nicht nur Vertreter aus der Wissenschaft, sondern auch aus Wirtschaft, Politik und der anwaltlichen Praxis beiwohnten. Hochkarätige Referenten wie z.B. Prof. Annette Kur (MPI München), Prof. Jens Schovsbo (Universität Kopenhagen) und Prof. Ansgar Ohly (Universität Bayreuth) problematisierten das Verhältnis einzelner Immaterialgüterrechte zu anderen Rechten und ihre Einordnung in den europäischen Kontext. So illustrierte Prof. Ansgar Ohly anschaulich das Spannungsverhältnis von Markenrechten und dem europäischen Recht der Meinungsfreiheit anhand ausgewählter Entscheidungen. Auch in den von Doktoranden veranstalteten Workshops am zweiten Tag der Konferenz wurde lebhaft über die globalen Probleme im Marken- und Patentrecht diskutiert. In seinem Resümee lobte Prof. Bruun die Qualität der Vorträge und das hohe Niveau des Meinungsaustauschs bei diesem unvergesslichen „vulcanic event“.

Die andauernden vulkanischen Tätigkeiten sorgten dann auch dafür, dass aus einer wissenschaftlichen Tagung ein echtes Abenteuer wurde. Die Aschewolke über Europa verhinderte die geplante Abreise der deutschen Teilnehmer am Samstag, so dass zumindest noch genügend Zeit blieb, um die Sehenswürdigkeiten Helsinkis zu erkunden. Aufgrund des hervorragenden Krisenmanagements der Organisatoren – sowohl auf deutscher als auch auf finnischer Seite – fand die Gruppe am Sonntag noch Platz auf einer Fähre nach Travemünde. Nach einer 29-stündigen Überfahrt wartete ein Bus, mit dem die Teilnehmer nach einer nächtlichen Fahrt um 5 Uhr morgens Bayreuth erreichten.

Die großzügige Gastfreundschaft der Finnen ermöglichte auch viele gemeinsame abendliche Aktivitäten und Mahlzeiten, bei denen die Austauschbeziehungen der Kollegs intensiviert werden konnten. Somit ist zu wünschen, dass die freundschaftliche Kooperation zwischen INNOCENT und dem DFG-Graduiertenkolleg Bayreuth auch weiterhin aufrechterhalten werden kann und es zu weiteren – gerne auch weniger „abenteuerlichen“ Treffen – der Kollegs kommen wird.

 

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