DFG-Graduiertenkolleg
»Geistiges Eigentum und Gemeinfreiheit«
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    Veranstaltungen Vergangene Veranstaltungen 2011 Blockseminar in Halle Stand:  01.11.2013
 

Blockseminar des Graduiertenkollegs „Geistiges Eigentum und Gemeinfreiheit“ in Halle a. d. Saale

Vom 21. bis 23. MĂ€rz 2011 fand das Blockseminar des DFG-Graduiertenkollegs „Geistiges Eigentum und Gemeinfreiheit“ der UniversitĂ€t Bayreuth statt. Zu Gast waren wir an der Martin-Luther-UniversitĂ€t Halle-Wittenberg in Halle an der Saale. Dem Seminar wohnten neben den Betreuern und Mitgliedern des Kollegs auch Prof. Dr. Heiner LĂŒck und Prof. Dr. Malte Stieper von der UniversitĂ€t Halle-Wittenberg sowie der GRUR-Bezirksgruppen-Vorsitzende RA Dr. jur. habil. Uwe Richter bei.

 

Nach einer kurzen BegrĂŒĂŸung durch den Vorsitzenden des Kollegs Prof. Dr. Diethelm Klippel wurde das Seminar durch einen Vortrag von Lisa Kopp eröffnet. Sie stellte ihr noch junges Promotionsvorhaben vor, das sich mit dem Ideenschutz im Urheberrecht befasst. Sie skizzierte die vorlĂ€ufige Gliederung ihrer Dissertation, stellte die WidersprĂŒchlichkeit der einschlĂ€gigen Rechtsprechung dar und prĂ€sentierte erste Ansatzpunkte fĂŒr eine mögliche Differenzierung zwischen geschĂŒtztem Werk und freier Idee. Nach einer kurzen Kaffeepause widmete sich das Kolleg einem Teil der Dissertation von Gabriel Wittmann.  Dieser thematisierte die (freie) Übertragbarkeit des Verlagsrechts am Ende des 19. Jahrhunderts.

 

Der darauffolgende Dienstag stand fachlich ganz im Zeichen des Markenrechts. Lars Querndt eröffnete die Vortragsreihe am Morgen des Tages. Er erlĂ€uterte, ob das Image ein QualitĂ€tsbestandteil von Markenprodukten darstellt und ob dieses Produktmerkmal – vor dem Hintergrund der neusten europĂ€ischen Rechtsprechung – von den Markenfunktionen erfasst wird. Er nĂ€herte sich mit diesen AusfĂŒhrungen der Beantwortung der Frage, inwieweit qualitĂ€tssichernde Vertriebsbindungen in Vertriebs- und Markenlizenzen, insbesondere das Verbot eines Internetvertriebs, zulĂ€ssig sind. Nach einer ausfĂŒhrlichen Diskussion ĂŒbernahm Daniel Görlich das Wort. Der zweite und abschließende Vortrag widmete sich einer rechtlich sehr aktuellen Thematik, die vor allem im Zuge der Werbekampagnen im Umfeld der letzten Fußball-Weltmeisterschaft aufkam: Die ZulĂ€ssigkeit der Nennung fremder Kennzeichen in den eigenen Marketingmaßnahmen. Nach der anschließenden Diskussion beschlossen wir den Vormittag mit einem Mittagessen in der Mensa „Burse zur Tulpe“. Die zweite HĂ€lfte des sonnigen Tages widmeten wir ganz der UniversitĂ€tsstadt Halle. Professor LĂŒck brachte uns die historische Stadt und die UniversitĂ€t kurzweilig nĂ€her. In einem informativen und unterhaltsamen Vortrag schilderte er den Zuhörern unter anderem die Entstehung des an die Flagge der TĂŒrkei erinnernden Stadtwappens und die Namensherkunft der Saalestadt, die auf Salzquellen schließen lĂ€sst. Die anschließende StadtfĂŒhrung begann mit einem Rundgang durch das historische LöwengebĂ€ude der UniversitĂ€t. Professor LĂŒck erlĂ€uterte die Darstellungen der Wand- und DeckengemĂ€lde und zeigte uns den imposanten Festsaal der UniversitĂ€t. Im Rahmen der weiteren FĂŒhrung betrachteten wir das monumentale LandgerichtsgebĂ€ude mit seiner breiten Doppelturmfassade und besuchten das Grab des 1728 in Halle verstorbenen Juristen und Philosophen Christian Thomasius. Ferner besuchten wir den Innenhof des im Renaissance-Stil gehaltenen Geburtshauses Georg Friedrich HĂ€ndels und die 1484 erbaute Moritzburg.

Der Abschlusstag wurde durch einen Vortrag von Michael Gaul eröffnet. Er stellte seine Überlegungen zur Abgrenzung von Tatbestands- und Verbotsirrtum bei Delikten gegen das Geistige Eigentum vor. Sein Referat fĂŒhrte zu einer sehr regen Diskussion, an deren Ende sich alle Teilnehmer ĂŒber den innovativen Charakter seiner LösungsansĂ€tze einig waren. In der anschließenden Abschlussbesprechung zog Professor Klippel ein sehr positives Fazit bezĂŒglich der zurĂŒckliegenden Seminartage. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der gegenseitige Meinungsaustausch den Referenten wertvolle RĂŒckmeldung und den Diskutanten wichtige wissenschaftliche Anregungen bot. Allen Teilnehmern brachte das Seminar somit große Bereicherung fĂŒr das eigene Vorgehen, so dass die Mitglieder des Kollegs bereits jetzt erwartungsvoll dem folgenden Blockseminar im Sommer des Jahres entgegenschauen. Den Abschluss des Seminars bildete der Dank an Professor Klippel fĂŒr seinen jahrelangen Vorsitz und die Übergabe dieses Amtes an Professor Ohly.

 

 

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