DFG-Graduiertenkolleg
»Geistiges Eigentum und Gemeinfreiheit«
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    Veranstaltungen Vergangene Veranstaltungen 2008 Blockseminar Plankstetten 2008 Stand:  29.05.2013
 

Blockseminar im Kloster Plankstetten

Am Wochenende vom 4. bis 6. Juli 2008 fand in den Räumen des Benediktinerklosters Plankstetten ein weiteres Blockseminar des Bayreuther Graduiertenkollegs „Geistiges Eigentum und Gemeinfreiheit“ statt. Zur Einstimmung auf die ungewöhnliche Umgebung erhielten die 19 Kollegiatinnen und Kollegiaten sowie die sie begleitenden Professoren (Prof. Dr. Klippel, Prof. Dr. Ohly, LL.M., Prof. Dr. Lepsius, LL.M., Prof. Dr. Leible) nach ihrer Ankunft zunächst eine Klosterführung durch einen Pater der Abtei.

 

Die Reihe der Vorträge der Kollegiaten wurde von Katja Dahm eröffnet, die ihr Promotionsvorhaben auf dem Gebiet der Grundrechtstheorie – das Geistige Eigentum zwischen Kunstfreiheit und Eigentumsgarantie – vorstellte. Hierbei wurde das bewährte Verfahren beibehalten: Im Anschluss an einen etwa halbstündigen Vortrag des Doktoranden erfolgt eine 60-minütige Diskussion, wobei zunächst die Kollegiaten, anschließend die Hochschullehrer und abschließend der jeweilige Betreuer das Wort haben.

 

Am Samstag trug Gregor Dehmer zum Thema „§ 21 Abs. 1 bis 3 MarkenG und allgemeine Grundsätze über die Verwirkung“ vor. Es handelte sich dabei um einen Zwischenbericht über eine Doktorarbeit hinsichtlich der Verwirkung im gesamten Recht des Geistigen Eigentums. Ein Referat an der Schnittstelle von materiellem Immaterialgüterrecht und Kollisionsrecht wurde anschließend von Sibylle Zwanzger gehalten, die damit in ihr Forschungsvorhaben zum Gemeinschaftsgeschmacksmuster einführte.

 

Der Nachmittag dieses Samstags stand im Zeichen der lokalen Geschichte und Kultur. Eine interessante Führung im nahe gelegenen Städtchen Berching informierte die Seminarteilnehmer über die nicht nur sehr alte, sondern auch noch weitgehend erhalten gebliebene mittelalterliche Stadt, die in jüngster Zeit vor allem durch den Main-Donau-Kanal und den regen Tourismus geprägt wird.

 

Am dritten Seminartag ergab sich für das Kolleg eine Premiere. Mit dem Vortrag von Dr. Herbert Zech stellte erstmals ein Habilitand sein Forschungsvorhaben zur Diskussion. Es befasst sich mit dem Verhältnis von Geistigem Eigentum und Information und wurde mittels eines Referats zum Informationsbegriff vorgestellt. Den Abschluss der Berichte bildete ein Rückblick des weitgehend abgeschlossenen Vorhabens von Benjamin Schröer zum Problem des unmittelbaren Leistungsschutzes. Hierbei geht es um die Frage, ob es neben den gesetzlich geregelten Schutzrechten (Patentrecht, Urheberrecht etc.) noch einen quasi-immaterialgüterrechtlichen Schutz gibt oder geben sollte.

 

Nach dem sonntäglichen Mittagstisch trat die Runde noch einmal zu einer Abschlussbesprechung zusammen. Hierbei konnte Prof. Dr. Klippel als Sprecher des Kollegs ein positives Fazit über das wissenschaftliche Niveau der Vorträge und der Diskussionen ziehen. Gleichzeitig sprach er, angesichts des bevorstehenden Ausscheidens der ersten Generation der Doktoranden, die Hoffnung aus, dass das mittlerweile auch außerhalb Bayreuths anerkannte Renommee des Kollegs auch weiterhin erhalten bleibe. Hierfür werden ab dem kommenden Wintersemester für die neuen Mitglieder wieder die Promotionskurse I (Wissenschaftliches Arbeiten) und II (Stand der Forschung im geistigen Eigentum) angeboten. Zuvor allerdings reist eine Delegation des Kollegs nach Finnland, um mit den dortigen Kooperationspartnern der INNOCENT Graduate School (Helsinki) ein gemeinsames Seminar abzuhalten und – auch mit eigenen Beiträgen – an der internationalen Konferenz „One Right System for IP – Vision Impossible“ teilzunehmen.



Die Teilnehmer des Seminars in Plankstetten

 

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